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Auricher Wissenschaftstage –
Forum einer dritten Kultur

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Artikel in der Ostfriesen-Zeitung vom 17. Februar 2015, S. 19 [1]

Im Grenzbereich setzt das Verständnis aus

VORTRAG Physiker drang bei Wissenschaftstagen in Aurich tief in die Materie ein

„Vieles kann man nicht begreifen, man muss es hinnehmen“, gestand Professor Dr. Olaf Lechtenfeld.

Foto von Prof. Dr. Olaf Lechtenfeld, 18 k

Olaf Lechtenfeld

AURICH / NI - Quantenphysik, Relativitätstheorie, das Higgs-Boson: Professor Dr. Olaf Lechtenfeld tauchte am Freitagabend im Güterschuppen tief in die Welt der Physik ein, um dem Publikum „Die Grenzen des physikalischen Wissens“ aufzuzeigen und zu erläutern. Ein schwieriges und schwer verständliches Terrain, das den Besuchern der Veranstaltung im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage geboten wurde.

Die Schulphysik reichte nicht aus, den Ausführungen von Professor Lechtenfeld von der Leibniz-Universität Hannover bis ins letzte Detail zu folgen. So wagten sich in der anschließenden Fragestunde auch nur drei Besucher hervor, um dem Physiker Fragen zu stellen.

Die meisten Erkenntnisse der Physik seien genauer und sicherer als in anderen Bereichen, betonte Lechtenfeld in seinem Vortrag. Viele Modelle aus der Physik zur Beschreibung von Naturphänomen würden auch von anderen Disziplinen genutzt. Sie seien heute die Basis der Elektrotechnik, der Quantentechnik und von Navigationssatellitensystemen, berichtete der Professor am Institut der Theoretischen Physik der Uni Hannover.

Immer wieder stoße der physikalische Wissensdrang aber an Grenzen. Zum Beispiel bei der Frage „Was war eigentlich vor dem Urknall?“ Es gebe zwar viel Wissen über das Universum, „das wir aber noch nicht verstehen“, räumte der Wissenschaftler ein. So fehle es immer wieder an anschaulichen und nachvollziehbaren Erklärungen für physikalische Phänomene. „Vieles kann man nicht begreifen, man muss es so hinnehmen“, konstatierte Lechtenfeld.

Eine Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sehe er heute nicht. Beide würden sich gegenseitig durchdringen, zumal die Ergebnisse der Physik ja in vielen Lebensbereichen zur Anwendung kämen.

Zu Beginn der Veranstaltung am Freitagabend im Güterschuppen berichteten die beiden Auricher Gymnasiasten Oliver Heyen und Frederik Brunhorn über ihr zweiwöchiges Praktikum bei Cern. Die Europäische Organisation für Kernforschung liegt in der Schweiz in der Nähe von Genf.

Neues Thema bei Wissenschaftstag

Wegen Erkrankung des Referenten gibt es bei den 25. Auricher Wissenschaftstagen an diesem Donnerstag eine Änderung. Statt des Vortrags „Musik und Gehirn“ mit Prof. Dr. Stefan Koelsch geht es jetzt um das Thema „Der geometrische Raum. Kunst und Wissenschaft im 17. Jahrhundert“. Referentin ist Prof. Dr. Ulrike Gehring von der Universität Trier, die die Organisatoren der Wissenschaftstage kurzfristig engagieren konnten. Beginn ist um 19.30 Uhr im Güterschuppen.

Heute geht es ab 19.30 Uhr um seltene Erden als geochemisches Werkzeug und „High-Tech“-Rohstoff. Als Veranstaltungsort wurde in der OZ versehentlich der Güterschuppen angekündigt. Der Vortrag ist aber in der BBS-Aula.

Anmerkung

[1]

Eine E-Paper-Version des Artikels ist ebenfalls verfügbar.

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