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Auricher Wissenschaftstage –
Forum einer dritten Kultur

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Artikel in der Ostfriesen-Zeitung vom 9. Februar 2015, S. 7 [1]

„Innovation ist die Basis des Wohlstandes“

FESTAKT Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) ist Schirmherrin der „Auricher Wissenschaftstage“

Sie sprach gestern vor rund 120 geladenen Gästen im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft. Heute wird die Veranstaltungsreihe offiziell eröffnet.

Von Grit Mühring

Foto von Prof. Dr. Johanna Wanka und Prof. Dr. Joachim Treusch beim Festakt, 31 k

Prof. Dr. Johanna Wanka (vorne, Mitte), Ministerin für Bildung und Forschung, und Prof. Dr. Joachim Treusch (Zweiter von rechts), ehemaliger Präsident der Jacobs-Universität in Bremen, waren gestern die Ehrengäste. (Foto: Mühring)

AURICH - „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken“: Mit diesem Zitat von Galileo Galilei brachte Johanna Wanka (CDU) gestern das Wesen der „Auricher Wissenschaftstage“ auf den Punkt. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung ist in diesem Jahr Schirmherrin der Veranstaltungsreihe.

Seit nunmehr 25 Jahren gibt es die „Auricher Wissenschaftstage“ und ihr Stipendienprogramm, das es bislang rund 1000 Schülern ermöglichte, mit Wissenschaftlern in Forschungszentren zu arbeiten. Träger der Initiative sind die Berufsbildenden Schulen II und das Gymnasium Ulricianum. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums gab es gestern einen Festakt im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft in Aurich, zu dem rund 120 geladene Gäste kamen.

„Wie kann man junge Menschen für die Forschung begeistern?“, fragte Johanna Wanka zu Beginn ihres Vortrags und gab gleich selbst die Antwort: durch direkte Erlebnisse. Deutschland mache nur 1,1 Prozent der Weltbevölkerung aus. Die Tendenz sei fallend. Dennoch sei die Bundesrepublik die viertstärkste Industrienation und stehe an erster Stelle im Export von Hochtechnologie. „Die Basis unseres Wohlstandes ist die Innovation“, so Wanka. „Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir möglichst früh den Forschergeist in jungen Menschen wecken und fördern.“ Wanka hat Mathematik an der Universität Leipzig studiert. Ihre Berufslaufbahn begann sie 1974 als wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Hochschule Merseburg. Später ging sie in die Politik.

Auch die Moderatorin des gestrigen Abends kehrte der Wissenschaft den Rücken. Mareike Aden machte 2003 ihr Abitur am Ulricianum in Aurich. Als Stipendiatin der „Wissenschaftstage“ war sie dann ein halbes Jahr auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ unterwegs. „Doch dann bin ich Journalistin geworden.“ Sie habe die Erfahrungen in ihre Arbeit als Redakteurin bei der „Zeit“ und beim Deutschlandfunk nutzen können.

Dr. Hans-Jörg Klotter, Mitglied des Fördervereins „Auricher Wissenschaftstage“ und Arzt an der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich, machte in seinem Grußwort deutlich, dass nicht die finanzielle Förderung entscheidend sei. „Es ist die Zeit, die die Kollegen opfern, um sich den jungen Leuten zu widmen, um sie für ein Fachgebiet zu begeistern.“ Derzeit gebe es im Landkreis Aurich 47 aktive Medizinstudenten. „Die Wissenschaft soll im Menschen Wissen schaffen“, sagte Klotter, und die „Auricher Wissenschaftstage“ könnten dafür schon junge Menschen begeistern.

Heute um 19.30 Uhr werden die „Wissenschaftstage“ in der Kundenhalle der Auricher Sparkasse vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) offiziell eröffnet. Anschließend hält Michael Buback, Sohn des 1977 von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, einen Vortrag.

Bis zum 23. März stehen zehn weitere Vorträge auf dem Programm – teils im Güterschuppen, teils in der BBS-Aula, teils im Innovationszentrum der Firma Enercon. Näheres gibt es im Internet unter www.auricher-wissenschaftstage.de.

Anmerkung

[1]

Eine E-Paper-Version des Artikels ist ebenfalls verfügbar.

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