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Auricher Wissenschaftstage –
Forum einer dritten Kultur

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Artikel der Ostfriesischen Nachrichten vom 4. März 2015, S. 8 [1]

Forschung im Regenwald und an Elementarteilchen

Schüler berichteten von ihren Praktika an verschiedenen Institutionen, die sie über die Auricher Wissenschaftstage vermittelt bekamen

Foto der Stipendiaten, 24 k

Aurelian Schumacher (links) und Knut Hinrichs be­rich­te­ten von ihrem Praktikum im Regenwald von Trinidad. / Foto: Mittelstaedt

jm Aurich. Der Saal war voll im Güterbahnhof am Ulricianum in Aurich. Gekommen waren Schüler aus dem 10. und 11. Jahrgang der Berufsschule und vom Gymnasium Ulricianum. Sie wollten sich im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage anhören, was ihre Mitschüler bei geförderten Praktika an verschiedenen Wissenschaftsinstituten erlebt hatten. Und da kam zwischen Krebsforschung, Regenwald und Festkörperphysik so einiges zusammen.

Unter dem Motto „Schüler berichten“ wurden fünf verschiedene Praktikumsprojekte vorgestellt. Den Anfang machten Aurelian Schumacher und Knut Hinrichs vom Ulricianum. Sie hatten den am weitesten entfernten Praxisort gewählt. In Trinidad beschäftigten sich die beiden im März 2014 mit Regenwaldforschung in den Bereichen Gewässerökologie und Binnenfischerei. In dem Land gibt es noch ursprüngliche Regenwaldgebiete. Die Praktikanten untersuchten in einem Team von Wissenschaftlern Fische. Zu ihren Aufgaben gehörte es, Tiere für die weitere Forschung einzufangen. Insgesamt waren die beiden 23 Tage unterwegs. Knut Hinrichs erzählte von einem ganz besonderen Erlebnis: „Mein persönliches Highlight war die Beobachtung der Eiablage von riesigen Lederschildkröten am Strand.“

Torben Bakenhus, ebenfalls vom Ulricianum, hatte ein Stipendium im Bereich der Kultur erwischt. Sein Praktikum führte ihn im April des vergangenen Jahres nach Florenz in das „Kunsthistorische Institut KHI“. Viele Teile dieser für ihn beeindruckenden Stadt gehören zum Weltkulturerbe. Ein großer Teil der Tätigkeit von Bakenhus in Florenz bestand aus Archivarbeiten. Sein Fazit: „Dieses Praktikum war für mich einzigartig.“

Wilko Sieberns und Dirk Brüggemann von der BBS schließlich hatten ihr Praktikum am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart gemacht. In zwei Wochen konnten sie dabei jeden Bereich des Instituts kennenlernen. Insbesondere beschäftigten sich die beiden mit der Forschung an Supraleitern. Diese Leiter haben keinen messbaren Widerstand. So könnten Supraleiter etwa Strom beim Leitungstransport ohne jeden Verlust transportieren.

In den Bereich elektronischer Hochtechnologie hatte es Alexander Jelen vom Ulricianum in die Nähe von Berlin geführt. Im Herbst forschte der junge Mann an „Myonen“, kleinen Elementarteilchen. Zu seinen Aufgaben gehörten dabei besondere Messarbeiten an diesen Bausteinen.

Den Schluss hatten Nora Weers und Neele Schellenberg von den BBS übernommen. Sie waren im September für zwei Wochen im „Deutschen Krebsforschungszentrum“ in Heidelberg. Das Zentrum erforscht mit insgesamt gut 3000 Mitarbeitern die Entstehung und Vermeidung von Krebserkrankungen. Neben Molekularbiologie und Zellbiologie konnten die beiden jungen Frauen dabei auch Erfahrungen im Bereich biochemischer Forschungsmethoden, Elektronenmikroskopie und Chemotherapie sammeln. Neele Schellenberg: „Wir haben sehr viel über Bakterien und allgemeine Laborarbeit gelernt.“ Und ihre Mitschülerin Nora Weers ergänzte: „Das Ganze war für uns eine großartige Erfahrung.“

Einig waren sich alle Schüler, dass die wissenschaftlichen Möglichkeiten an den verschiedenen Instituten bei diesen Praktika für sie sehr beeindruckend und wichtig waren. Aber natürlich kam auch die Freizeit in den verschiedenen Städten und Ländern und das Kennenlernen von neuen Menschen nicht zu kurz und war für die Schüler von großer Bedeutung. Torben Bakenhus: „Wir hatten tatsächlich auch viel freie Zeit. Das war sehr schön.

Klaus Schüßler, Studiendirektor an der BBS 2, freute sich über den vollen Saal: „Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist es ja, dass die Stipendiaten ihre Erlebnisse an die Schüler der 10. und 11. Jahrgänge weitergeben.“ Das ist mit dieser beeindruckenden Veranstaltung hervorragend gelungen.

Anmerkung

[1]

Eine E-Paper-Version des Artikels ist ebenfalls verfügbar.

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