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Aufenthalte am Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin (III)

Praktikumsbericht

Praktikum am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin
vom 11. bis zum 22. Oktober 2010
Von Christina Albers und Anne Beus

In den Herbstferien 2010 haben wir ein Praktikum im BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) absolviert. Das BfR sorgt dafür, dass Lebensmittel, Gegenstände des täglichen Bedarfs und Produkte sicherer werden. Das Institut hilft mit seiner Arbeit, die Gesundheit des Verbrauchers zu schützen. Dort gibt es verschiedene Abteilungen, in denen Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen arbeiten. In den Abteilungen Biologische Sicherheit – Fachgruppe Lebensmittelhygiene und Sicherheitskonzepte – werden hauptsächlich Versuche mit Lebensmitteln durchgeführt, um den Verbraucherschutz zu verbessern.

Ansicht des BfR, 38 k

Am ersten Praktikumstag wurden wir in das Institut eingewiesen. Zudem haben wir uns einen Vortrag über die neuen Gefahrenkennzeichnungen auf Verpackungen von Chemikalien angehört. Danach werden die bisherigen Kennzeichen durch weltweit gültige Hinweise ersetzt.

Am zweiten Praktikumstag konnten wir ein Laborexperiment verfolgen. In diesem Versuch ging es darum, eine Brühwurst zu untersuchen, die nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht über 100 Listerien (Listerien sind Stäbchenbakterien, die nur geringe Nährstoffanforderungen stellen und fast überall vorkommen können) pro Gramm enthalten darf. Wenn dieser Keim in höherer Konzentration in Lebensmitteln vorkommt, kann er bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, älteren Menschen und Schwangeren schwere Krankheitsverläufe (Blutvergiftung, Gehirnhautentzündungen) hervorrufen.

Am dritten Praktikumstag führten wir den Versuch vom vorigen Tag eigenständig durch, indem wir 25g Brühwurst mit 225ml Peptonwasser (Peptonwasser kann zur Anzucht oder als Basisnährboden zur Untersuchung der Kohlenhydrat-Verwertung verwendet werden) verdünnten. Danach legten wir eine Verdünnungsreihe an und pipettierten kleine Mengen der Flüssigkeit auf Agarplatten. Anschließend wurden zwei Platten bei 4°C gelagert und zwei Platten bei 12°C, um das unterschiedliche Wachstum von Bakterien an zwei und sieben Tagen bei verschiedenen Temperaturen zu beobachten.

Versuch mit der Brühwurst, 15 k

Versuch mit der Brühwurst

Beim Pipettieren, 15 k

Beim Pipettieren

Am vierten Praktikumstag hatten wir die Möglichkeit, das Versuchsgut des BfR zu besichtigen. Das Versuchsgut ist dafür zuständig Versuche an Tieren durchzuführen. Im Rahmen der Besichtigung sahen wir die Ställe der verschiedenen Tiere, die Muschelzucht, den Melkstand und die Hühnerschlachterei. Wir fanden den Aufenthalt sehr interessant und lehrreich. So konnten wir die Melkanlage und den Vorgang des Melkens genauer kennenlernen.

Im Melkstand, 19 k

Im Melkstand

In der Muschelzucht, 15 k

In der Muschelzucht

Am sechsten Praktikumstag waren wir in der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET). ZEBET umfasst allgemeine Produkte mit denen der Mensch in Berührung kommen könnte, die eventuell schädlich sind. Dort hörten wir einen Vortrag über die Abteilung. Die Abteilung ist für die Dokumentation und Bewertung von Alternativmethoden zum Tierversuch verantwortlich. Die ZEBET bearbeitet das 3R-Prinzip: Refine (Verbesserung), Reduce (Verminderung), Replace (Ersatz). Refine steht für die Verminderung des Leidens der Tiere im Experiment, Reduce steht für die gleiche Qualität der Aussage mit geringerer Tierzahl und Replace steht für den vollständigen Ersatz eines Tierversuches. Die ZEBET existiert seit 20 Jahren. Ein Tierversuch darf nur dann durchgeführt werden, wenn keine wissenschaftlich fundierte tierversuchsfreie Methode zur Verfügung steht, die in der Praxis erprobt ist. Zudem dürfen in der EU keine Kosmetika verkauft werden, die an Tieren getestet wurden.

Anschließend konnten wir ein Labor besichtigen, in dem embryonale Stammzellen, an denen ein Test durchgeführt wurde, unter dem Mikroskop zu sehen waren. Mit diesem Test (EST) kann festgestellt werden, ob Medikamente während der Schwangerschaft schädlich für Mutter und Kind sind. Embryonale Stammzellen werden verwendet, damit weniger Versuchstiere den Tierversuchen ausgesetzt werden. Die embryonalen Stammzellen haben das Potential, sich zu Herzmuskel-, Nerven- und Knochenzellen weiter zu entwickeln. Wenn Zellen im Test überleben, deutet dies darauf hin, dass das Medikament nicht schädlich für Mutter und Kind ist.

An unserem letzten Praktikumstag durften wir die Zentrale Versuchstierzucht besichtigen. Wir sahen die Ställe der Puten, Hühner, Meerschweinchen, Kaninchen, Frettchen und Schweine. Zudem durften wir einen Blick auf die Versuchsmäuse und die Mäusezucht werfen. Unsere freie Zeit haben wir genutzt, um uns Potsdam anzusehen und mehr über die Geschichte Potsdams zu erfahren.

Bei den Frettchen, 13 k

Bei den Frettchen

Proteinbestimmung nach Bradford, 16 k

Proteinbestimmung nach Bradford

Im Großem und Ganzen fanden wir das Praktikum im BfR sehr ansprechend, es war eine gute Hilfe, einen tieferen Einblick in die Berufswelt zu erlangen. Der Aufenthalt war interessant und hat uns glücklich gemacht, weil wir an allem teilnehmen durften und mit sehr netten Menschen gearbeitet haben, die uns viele Einblicke in das BfR ermöglicht haben.

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